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Handchirurgie

Erkrankungen der Hand, dem feinsten und komplexesten Bewegungsorgan des menschlichen Körpers, können zu Funktionseinschränkungen führen und damit die Lebensqualität beeinträchtigen. Bei einigen Handerkrankungen ist eine kleine ambulante Operation das Mittel der Wahl, um schnell und nachhaltig Beschwerdefreiheit zu erzielen.

Schnellender Finger

Ursache für den schnellenden Finger oder Springfinger ist oftmals eine Sehnenüberlastung am Übergang der Hohlhand zum Finger. Ohne Behandlung wächst der Sehnenknoten, was zu einer zunehmenden Einschränkung der Bewegung führt.

Im Rahmen eines kleinen Eingriffs unter Lokalanästhesie wird das die Sehne umschließende enge Ringband in Längsrichtung durchtrennt. So wird ein freies Gleiten der Sehne wieder möglich. Es wird ein fester Verband angelegt. Der operierte Finger kann jedoch sofort ohne Schnappen oder Springen schmerzfrei bewegt werden. Bis zur weitgehend normalen Belastung der Hand vergehen zwei bis drei Wochen

Karpaltunnelsyndrom

Beim Karpaltunnelsyndrom sind die Nervenleitungen am Handwurzelkanal gestört. Hinweise auf die Erkrankung können u. a. Kribbeln, Taubheitsgefühl, Greifschwächen oder Schmerzen beim Beugen bzw. Überstrecken der Finger sein. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es oftmals zu einem andauernden Taubheitsgefühl mit einer Ausdehnung auf Daumen, Zeige- und Mittelfinger.

Mit einer kleinen und unblutigen ambulanten Operation kann sofortige Beschwerdefreiheit erreicht werden. Für rund eine Woche erfolgt eine Ruhigstellung der Hand durch eine Gipsschiene. Dabei bleibt die Beweglichkeit der Finger erhalten und sollte auch trainiert werden. Die volle Belastung der Hand ist üblicherweise nach vier bis sechs Wochen wieder möglich.

Dupuytren’sche Erkrankung

Bei der Dupuytren’schen Kontraktur kommt es zu Knoten und Strängen in der Innenfläche der Hand. Betroffen sind meist der vierte und fünfte Fingerstrahl. Die häufig über viele Jahre schmerzlos verlaufende Erkrankung führt zu einer zunehmenden Verkrümmung der Finger.

Wenn der Verkrümmungsgrad in einem Gelenk 30 % oder mehr beträgt, ist ein chirurgischer Eingriff anzuraten, bei dem je nach Ausmaß der Erkrankung entweder einzelne bindegewebige Stränge oder das gesamte Bindegewebe der Handinnenfläche entfernt wird und ggf. Verwachsungen gelöst werden müssen. Nach der OP erfolgt eine Ruhigstellung der betroffenen Finder für etwa eine Woche mit oftmals anschließenden krankengymnastischen Übungen zur Wiederherstellung der vollen Funktion.

Ganglion (Überbein)

Ein Ganglion ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum, der meist an Gelenken entsteht. Rund zwei von 3 Ganglien betreffen die Hand und machen sich als Beule am Handgelenk oder -rücken bemerkbar. Oftmals verursacht ein solches „Überbein“, keine Schmerzen. Je nach Größe oder Lage kann jedoch die Beweglichkeit von Muskeln oder Gelenken eingeschränkt sein bzw. ein Druck- oder Berührungsschmerz entstehen. In solchen Fällen ist eine Behandlung ratsam.

Bringen konservative Therapieansätze nicht den gewünschten Erfolg, sollte über eine operative Entfernung nachgedacht werden. Dabei wird das Ganglion in lokaler Betäubung ohne Rückstände entfernt und das Gelenk so verschlossen, dass keine Flüssigkeit mehr austritt. Im Anschluss erfolgt für rund ein bis zwei Wochen eine Ruhigstellung, um den operierten Bereich zu schonen. Je nach Ausgangssituation kann auch eine begleitende Physiotherapie sinnvoll sein.

Sehnenscheidenverengung

Sehnenscheiden findet man im Körper an solchen Stellen, an denen Sehnen in direkter Nähe zu Knochen verlaufen und daher besonders beansprucht werden – beispielsweise an der Hand. Ihre Aufgabe ist es, Reibung zu vermindern. Chronische Überlastungen der Hand, aber auch Erkrankungen wie z. B. Rheuma, Gicht oder Diabetes, ziehen zunächst eine Sehnenscheidenentzündung nach sich. Dadurch bedingt verengt sich die Sehnenscheide, so dass das Gleiten der Sehne erschwert wird. In der Folge kommt es zu einer Verdickung mit schmerzhaften Bewegungseinschränkungen der Finger.

Sind konservative Behandlungsmethoden wie lokale Injektionstherapien ausgeschöpft, kann die Beschwerden durch einen ambulanten Eingriff, der in der Regel in lokaler Betäubung erfolgt, behoben und so die Funktion wiederhergestellt werden. Im Anschluss wird die Hand für einige Tage mit einem Druckverband versehen. Bereits am Operationstag sollten die Finger aktiv bewegt werden, um Verklebungen oder Verwachsungen vorzubeugen. Eine spezielle Krankengymnastik ist üblicherweise nicht erforderlich.

Exostosen

Eine Exostose ist die medizinische Bezeichnung für eine krankhafte Neubildung eines Knochenvorsprungs, also eine knöcherne Verwachsung. Sie kann an verschiedenen Stellen – beispielsweise am Handrücken im Bereich der Mittelhandknochen – auftreten und ist nach außen sichtbar. Wie das Ganglion wird auch eine Exostose umgangssprachlich als Überbein bezeichnet. Ursache ist häufig eine Überbeanspruchung, manchmal auch ein gutartiger Knochentumor.

Kommt es zu Schmerzen, Bewegungs- bzw. Funktionseinschränkungen oder Entzündungsanzeichen wie Rötung oder Schwellung, sollte ein kleiner chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen werden. Dabei wird unter Lokalanästhesie das überschüssige Knochengewebe entfernt. Üblicherweise wird nach der Operation ein elastischer Verband angelegt, der einige Tage verbleibt. Eine Belastung ist nach der Wundheilung wieder möglich

HandchirurgieDr. j.H. Busch, Orthopäde Dortmund