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Bildwandler gesteuerte Infiltrationstherapie der Wirbelsäule

Das „Kreuz mit dem Kreuz“ kennen nahezu 4 von 5 Deutschen. Rückenschmerzen gelten daher nicht umsonst als Volkskrankheit. Werden die Beschwerden chronisch, ist für Betroffene damit eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität verbunden. Lässt sich durch Medikamente, physikalische Therapien oder Krankengymnastik kein ausreichender Erfolg erzielen, kann durch die bildgesteuerte Schmerztherapie (sog. Mikrotherapie), die unter Röntgensicht durchgeführt wird, eine rasche Beschwerdelinderung oder sogar -freiheit herbeigeführt werden. Je nach Lokalisation und Ursache der Beschwerden kommen dabei vor allem vierVerfahren zum Einsatz: die periradikuläre Therapie (PRT), die Facettenblockade, die Infiltration des Iliosakralgelenks sowie die epidurale Infiltration.

Periradikuläre Therapie (PRT)

Bei sog. radikulären Rückenschmerzen – ausgehend von der Lenden-, Hals- oder Brustwirbelsäule – liegt die Ursache oftmals in einer Reizung der Nervenwurzel aufgrund einer Bandscheibenschädigung. Betroffene leiden an Schmerzen, die in das Gesäß, Beine oder Arme ausstrahlen. Bei der periradikulären (um den Nerv herum) Infiltrationstherapie (Spritzenbehandlung) werden unter Sichtkontrolle schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente mit einer sehr dünnen Hohlnadel exakt an die Nervenwurzel, also den Ort der Erkrankung, gespritzt. Mithilfe eines Bildwandlers wird die entsprechende Nervenwurzel dazu zunächst präzise lokalisiert. Wir nutzen dabei das digitale gepulste Röntgen, bei dem die Strahlenbelastung im Vergleich zur konventionellen Röntgentechnologie um bis zu 90 % reduziert ist. Ziel der Periradikulären Therapie (PRT) ist eine Schmerzreduzierung sowie eine Entlastung und ein Abschwellen der Nervenwurzel, die in der Folge nicht mehr so empfindlich auf Reizungen, beispielsweise durch das Bandscheibengewebe, reagiert. Für einen nachhaltigen Erfolg sind erfahrungsgemäß mehrere Injektionen notwendig, die in einem individuell zu bestimmendem Abstand durchgeführt werden. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten und ist so gut wie schmerzfrei.

Facettenblockade

Nicht jeder Rückenschmerz hat seine Ursache in einem Bandscheibenvorfall. Rückenbeschwerden entstehen häufig auch durch Überlastung, Entzündungen oder Verschleiß der kleinen Zwischenwirbelgelenke. Häufige Folge ist eine Schmerzausstrahlung in Hüfte oder Leiste. In der Medizin spricht man in solchen Fällen von pseudoradikulären Schmerzen bzw. Facettensyndrom. Ähnlich wie bei der PRT kann hier die Bildwandler gesteuerte Infiltrationstherapie schnelle Schmerzlinderung schaffen. Auch hier erfolgt die Bildsteuerung durch das digitale gepulste und strahlungsarme Röntgen. Unter Sicht wird eine spezielle und sehr dünne Nadel exakt im betroffenen Gelenkspalt platziert und eine Mischung aus langwirkenden Lokalanästhetika und Entzündungshemmern direkt in den Bereich des Wirbelgelenks injiziert. So können die Präparate bereits in vergleichsweise geringer Menge eine hohe Wirksamkeit entfalten. Die Behandlung dauert maximal 15 Minuten und ist schmerzarm bis schmerzfrei. Je nach Intensität und Dauer der Beschwerden erfolgt eine Wiederholung der Facettenblockade nach einigen Wochen.

Infiltration Iliosakralgelenk

Nicht selten ist das Iliosakralgelenk (ISG oder Kreuz-Darmbeingelenk) für die Schmerzen verantwortlich. Das ISG ist die Verbindung zwischen Wirbelsäule und Becken. Im Stehen, Sitzen oder bei Drehbewegungen wird es stark belastet, so dass u. a. Nervenreizungen oder Bandscheibenvorfälle in den unteren Abschnitten der Lendenwirbelsäule (L4/5) entstehen können. Auch hier kann – nachdem konservative Therapieansätze wie Tabletten, Physiotherapie oder physikalische Therapien ausgeschöpft sind – eine gezielte Infiltrationstherapie schnelle Schmerzlinderung bringen. Dabei wird unter Sichtkontrolle durch einen Bildwandler (digitales gepulstes Röntgen) ein Mix aus lokalem Betäubungsmittel und entzündungshemmendem Medikament über die Gelenkfuge an spezielle Punkte in den Sehnen- oder Bandansätzen injiziert. Die Flüssigkeit verteilt sich in der Fuge. Wie die Periradikuläre Therapie und die Facettenblockade sind auch hier meist mehrere Behandlungen erforderlich, damit eine nachhaltige Beschwerdelinderung oder Schmerzfreiheit erzielt wird.

Epidurale Infiltration

Die epidurale Infiltration an der Lendenwirbelsäule funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die Infiltration des Iliosakralgelenkes. Die eingesetzten Medikamente und therapeutischen Effekte sind identisch. Lediglich die Zugangswege unterscheiden sich. Bei der epiduralen Infiltration wird die dünne Kanüle unter Röntgensicht in den Wirbelkanal (Epiduralraum) bis vor die harte Rückenmarkshaut (Dura) vorgeschoben und die Präparate werden in diesen Bereich appliziert. Sie verteilen sich um die Spinalnerven herum und können so die Beschwerden langfristig lindern. Lässt die Wirkung nach, ist nach einiger Zeit eine Wiederholung der Behandlung möglich. Indikationen für eine epidurale Infiltration sind beispielsweise Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenose (Enge des Wirbelkanals) oder Lumboischialgie (Rückenschmerzen durch Nervenwurzelreizung, die über den Ischiasnerv ins Bein ausstrahlen).

MikrotherapiewebDr. j.H. Busch, Orthopäde Dortmund